Union PanAgora Asset Management GmbH

Wir nutzen Erkenntnisse aus der Behavioural Finance Forschung

Behavioural Finance ist eine der jüngsten Richtungen der Kapitalmarktforschung, die ihr Augenmerk auf die psychologische Komponente bei der Bildung von Anlageentscheidungen richtet.

Diese psychologische Komponente tritt dadurch in Erscheinung, dass der Mensch von Natur aus im Spannungsfeld zwischen Intellekt und Emotion steht. Hinzu kommt die Veranlagung, unsichere Entscheidungen primär auf plausible Assoziationen zu stützen, die sich in der Regel an subjektiven Wahrnehmungen orientieren und nicht an objektiven Beobachtungen. Dieses Phänomen nennt sich Kognitives Fehlverhalten und beschreibt Situationen, in denen intelligente und wohl-informierte Individuen aufgrund ihrer Wahrnehmung trotz besserer Kenntnis zu falschen Schlussfolgerungen gelangen. Fällt beispielsweise bei einem Roulettespiel die Kugel mehrmals nacheinander auf 'Rot', so wird vielfach subjektiv 'Schwarz' beim nächsten Wurf für wahrscheinlicher gehalten.

Die Kapitalmarktforschung hat sich mit den Auswirkungen dieser Verhaltensweisen auf Anlageentscheidungen beschäftigt. Dadurch wurden in den letzten Jahren klassische Paradigmen der Entscheidungs- und Portfoliotheorie in ein neues Licht gerückt. Es zeigt sich, dass Menschen in Entscheidungssituationen selten rational agieren und dass Verhaltensmuster wie 'mangelnde Selbstkontrolle', 'Selbstüberschätzung' oder aber 'kognitive Dissonanzen' zu vermeidbaren Fehlentscheidungen führen können. Bestes Beispiel ist das vielfach zu beobachtende zyklische Anlegerverhalten:
Viele professionelle Anleger finden erst dann den Mut zu kaufen, wenn die Kurse bereits gestiegen sind und verkaufen auch erst, wenn bereits wieder Verluste eingetreten sind - wohl wissend, dass gerade das umgekehrte antizyklische Verhalten an den Kapitalmärkten in der Vergangenheit eine der erfolgreichsten Strategien war. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen beispielsweise auch, dass der professionelle Anleger so agiert, als ob Aktien von augenscheinlich 'guten' Unternehmen, gemessen an Gewinnwachstum, Managementqualität etc. auch die besten Anlagemöglichkeiten repräsentieren, wenngleich empirische Untersuchungen gegenteilige Ergebnisse hervorbringen.

Klassische, personenorientierte Entscheidungsprozesse sind anfällig für emotionale Einflüsse, während eine prozessorientierte Vorgehensweise dagegen eine maximale Objektivierung der Anlageentscheidungen ermöglicht.