Quantitatives Portfoliomanagement als objektiver und disziplinierter Investmentprozess
Quantitatives Portfoliomanagement bedeutet die Analyse und Auswertung von kapitalmarktrelevanten Zusammenhängen mit statistischen Methoden. Statistische Methoden werden gezielt genutzt, um Informationen für ein breites Anlageuniversum systematisch und objektiv auszuwerten. Sie ermöglichen eine strukturierte Analyse vorhandener Informationen zur Erstellung von Prognosen.
Unterschiede zu klassischen Ansätzen liegen einerseits in der Art und Weise, wie Informationen gesammelt und ausgewertet werden und anderseits in der Konsequenz und Sorgfalt, mit der Portfoliorisiken gesteuert und Ergebnisse umgesetzt werden.
Quantitatives Portfolio Management nutzt die gleichen Informationen, die auch in der traditionellen Fundamentalanalyse ausgewertet werden. Es sind fundamentale Kennzahlen über Unternehmen, historische Kursverläufe und makroökonomische Daten. Ein wichtiger Unterschied liegt darin, dass man sich auf Fakten beschränkt, die ausnahmslos ökonomisch plausibel und objektiv messbar sind und deren Einfluss auf die Preisbildung - wie schon erwähnt - anhand historischer Daten nachweisbar und für Prognosezwecke quantifizierbar ist. Die ökonomische Plausibilität verhindert die Erfassung von eher zufällig ableitbaren Scheinzusammenhängen. Außerdem wird vermieden, dass mit Einflussfaktoren gearbeitet wird, die einen temporär ungewöhnlich hohen Einfluss auf die Preisbildung haben, der aber im Laufe der Zeit wieder abklingt.
Ein zweites Qualitätsmerkmal ist die risikokontrollierte Umsetzung von Prognosen. Die regelmäßige Portfoliooptimierung sichert stets eine optimale Balance zwischen Rendite und Einzelrisiko. Sie diszipliniert damit den Entscheidungsprozess.
Fazit: Struktur in der Entscheidungsfindung, Objektivität bei der Informationsverarbeitung und Disziplin in der Entscheidungsumsetzung sind die ausschlaggebenden Qualitätsmerkmale eines quantitativen Investmentprozesses.
Weitere Ausführungen in dem Beitrag „Strukturiertes Portfolio Management – Mit quantitativen Methoden auf der Suche nach dem alpha“